Gundlagen der Verhaltensanalyse

Auf dieser Seite finden Sie einige Informationen, Kommentare und Standpunkte zur Verhaltensanalyse und zum Behaviorismus.

Verbal Behavior
Der amerikanische Linguist Noam Chomsky (1959) wurde berühmt durch seine Besprechung von Skinners Buch Verbal Behavior (1957), in welchem dieser die Sprachentwicklung aus Verhaltensanalytischer Sicht beschrieb. Viele Kritiker der Verhaltensanalyse bzw. Skinners beziehen sich auf den "Fall" Chomsky, wenn sie behaupten, all dieses Behaviorismus-Zeugs sei ja "längst widerlegt".

Kognitive Wende
Chomsky war ein Teil der sogenannten "kognitiven Wende". Dabei soll es sich um eine wissenschaftliche Revolution gehandelt haben, die irgendwann zwischen 1950 und 1970 dazu geführt hat, dass das überholte Forschungsprogramm des Behaviorismus aufgegeben wurde, um Platz zu machen für den fruchtbaren, neuen kognitiven Ansatz (der auch heute noch die Psychologie dominiert). Dass dieser "Paradigmenwechsel" mehr einem Wechsel der Vorlieben (von Psychologen) gleicht als einer wissenschaftlichen Revolution im Sinne der Wissenschaftsphilosophie, belegt eine Arbeit von O'Donohue und anderen.

Skinner vs. "Skinner"
Das was über Skinner verbreitet wird, stimmt so wenig mit dem zusammen, was Skinner tatsächlich geschrieben hat, dass man annehmen muss, es handle sich um zwei verschiedene Personen: B.F. Skinner, einer der bedeutendsten Psychologen des 20ten Jahrhundert und "Skinner", ein wissenschaftlicher Popanz, dessen Widerlegung heute zum Pflichtprogramm jedes auch nur mittelmässigen Psychologen gehört. Theodor Ickler kontrastiert die beiden Autoren.

Innere Vorgänge
Dem Behaviorismus wird gelegentlich vorgeworfen, er betreibe eine "Psychologie ohne Seele". Ironischerweise akzeptieren Verhaltensanalytiker "private Ereignisse" - also Gedanken, Gefühle usw. - in weit stärkerem Ausmaß als die nach dem Prinzip der "Operationalisierung" arbeitende Mehrheit der Psychologen: Dieser stützt sich auf einen veralteten methodischen Behaviorismus - der die Untersuchung des beobachtbaren Verhaltens anderer Menschen als den einzig legitimen Forschungsgegenstand ansah. Verhaltensanalytiker beschäftigen sich mit allem, was Menschen tun - und Menschen "tun" auch denken...

Kognitive Neurowissenschaften
Die kognitiven Neurowissenschaften - die Untersuchung kongitiver Konstrukte mit Hilfe Gehirn-darstellender Techniken - gehört zu den boomenden und am meisten naturwissenschaftlich aussehenden Teilen der Psychologie. Dass es mit der (Natur-)Wissenschaftlichkeit dieser Disziplin nicht weit her ist und dass sie einer Geisterjagd mit Geigerzählern gleicht, legt dieser Beitrag offen.

Biologische Psychiatrie
Psychiatrie und Pharmaindustrie stützen gemeinsam ein Überzeugungsystem: Schizophrenie, Depressionen und viel andere psychische Erkrankungen werden vor allem durch "biologische" Faktoren verursacht, also die genetische Ausstattung und eine veränderte Gehirnchemie. Wie dünn die Belege für diese Auffassung sind, wurde 2006 in einer Sondernummer der Zeitschrift Behavior and Social Issues diskutiert.

Positive und negative Verstärkung
"Positive Verstärkung", "negative Verstärkung", "positiver Verstärker" und "negativer Verstärker" - Die Unterscheidung verwirrt Sie? - Vielleicht ist sie überflüssig. Argumentiert zumindest Jack Michael.

Das Matching Law und der Sport
Das Matching Law ist eines der wichtigsten Verhaltensgesetze. Es bescheibt in mathematischer Form das die Entscheidungen von Organismen - ohne dabei bewusste oder Willensprozesse annehmen zu müssen, sondern allein aufgrund der Konsequenzen der Verhaltensalternativen. Untersuchungen zeigen, dass das Matching Law nicht nur im Labor, sonder auch in alltäglichen Situationen gilt. Zum Beispiel auf dem Basketballplatz.

Zerstört Verstärkung die „intrinsische Motivation“?
Wenn man für etwas belohnt wird, das man ohnehin schon gerne tut, schadet das der (so genannten "intrinsischen") Motivation. - Diese Behauptung (auch bekannt als "Overjustification Effect" oder Korrumpierungseffekt) wird gerne gegen verhaltensanalytische Interventionen ins Feld geführt. Die Forschung zeigt jedoch, dass dieser Effekt ein Mythos ist.

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zuletzt verändert am 19.06.2005