Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)
BBS geht davon aus, dass es auf das Verhalten ankommt. Wenn wir das Verhalten ändern, wird die Einstellung zur Arbeitssicherheit ihm folgen. Daher müssen wir zunächst Verhalten beschreiben – nicht Einstellungen, Persönlichkeit usw. Wir müssen genau bestimmen, was jemand tut, der sich sicher verhält. Es geht um Verhalten, nicht um Erklärungen für Verhalten. Manchmal müssen wir auf das Ergebnis von Verhalten ausweichen: Wenn wir einen Ölfleck sehen, wissen wir, dass jemand Öl ausgeschüttet hat bzw. dass jemand das Öl nicht aufgewischt hat.
Der traditionelle Ansatz zielt darauf ab, das unerwünschte Verhalten zu reduzieren. Er hat sich als wenig effektiv erwiesen. Er setzt auch v.a. auf vorausgehende Ereignisse (z.B. Trainings, Warnhinweise), um Verhalten zu kontrollieren. Diese sind aber nur in Verbindung mit Konsequenzen wirkungsvoll.
Wir unterscheiden zwischen eingebauten und hinzugefügten Konsequenzen. Eingebaute Konsequenzen fördern leider eher das unsichere Verhalten (z.B. eher fertig werden). Unser Job ist es daher, neue Konsequenzen hinzuzufügen, die das erwünschte Verhalten fördern. Zudem gibt es verzögerte Ergebnisse – z.B. Preise und Auszeichnungen – sowie selbstzugefügte Konsequenzen. Autofahrer, die es gewöhnt sind, mit Gurt zu fahren, fühlen sich unwohl, wenn sie nicht angeschnallt sind. Dieses Sich-Unwohl-Fühlen ist eine selbstzugefügte Konsequenz.
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