Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)
Man sollte nie mehr als zwei oder drei Verbesserungsprojekte gleichzeitig betreiben – und diese am besten zeitversetzt. Man wähle dasjenige Verhalten für ein Projekt aus, das sich bei einer Analyse der Daten als hoch riskant (entweder häufig zu Unfällen führend oder zu schweren Unfällen führend) herausgestellt hat oder aber, das häufig ausgeführt wird, dass konsistent oder abnehmend im Anteil sicherer Verhaltensweisen ist. Daran sollte man eine ABC-Analyse anschließen: Zunächst ist das Verhalten genau zu definieren. Es sollte
Auch die unsicheren Verhaltensweisen sollten genau definiert werden.
Sodann analysiere man die vorausgehenden Ereignis und Konsequenzen, die das sichere bzw. unsichere Verhalten fördern bzw. hemmen.
Wenn Arbeitsabläufe und Arbeitsausstattungen geändert werden müssen, beziehe man die Betriebsleitung mit ein.
Bei der Planung des Verbesserungsprojekts sollte man so vorgehen: Alle fehlenden oder schwachen Kontingenzen (Beziehungen zwischen dem Verhalten und den Konsequenzen und vorausgehenden Bedingungen) auflisten; diese nach ihrem Einfluss auf das Verhalten sortieren; Lösungen für die zwei bis drei wichtigsten dieser Kontingenzen entwickeln; zwei oder drei Lösungen auswählen und die Schritte identifizieren, die dazu nötig sind: Wenn man bald sichtbare Erfolge erzielt, bleiben die Mitarbeiter und die Teilnehmer der Steuerungsgruppe eher am Ball.
Vorausgehende Bedingungen lassen sich am leichtesten identifizieren und verändern: Wenn die Mitarbeiter nicht wissen, wie man sich sicher verhält, kann man es ihnen beibringen; wenn sie es wissen, aber es nicht ausführen können, kann man sie trainieren, wenn die Ausrüstung nicht vorhanden, in keinem guten Zustand oder nur schwer verfügbar ist, kann man auch das ändern, usw.
Konsequenzen zu ändern ist schwieriger. Gute Konsequenzen sind sicher und unmittelbar. Wenn das unsichere Verhalten trotz angemessener vorausgehender Bedingungen auftritt, kann das an mehreren Gründen liegen:
Um Verbesserungen zu erreichen, ist es ratsam, die Häufigkeit des Feedbacks zu steigern. Die Mitarbeiter sollten angewiesen werden, sich vernünftige Verbesserungsziele zu setzen. Ziele sollten immer für nur wenige Mitarbeiter gelten. Das erste Ziel sollte sich an den Daten aus den ersten Beobachtungen orientieren – man sollte nie ein Ziel wählen, das über dem höchsten Wert aus diesen Daten liegt. Die späteren Ziele sollten ebenfalls nicht außerhalb der Variation bei der Erreichung des letzten Zieles liegen. Neue Ziele sollten nur dann gewählt werden, wenn das vorhergehende Ziel erreichte wurde.
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