Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)

23. Die Steuerungsgruppe

Zu den täglichen Aufgaben der Mitglieder der Steuerungsgruppe gehört es, für Bedenken und Vorbehalte der Mitarbeiter ein offenes Ohr zu haben, ständig über Verbesserungen nachzudenken, Fragen beantworten zu können und den Mitarbeitern Feedback darüber geben zu können, wie sie Beobachtungen durchführen, wie sie sicher arbeiten und wie sie mit ihrem Verhalten die Werte des Unternehmens fördern. Sie sollten als Beobachter gute Vorbilder für das Beobachten und das richtige Vergeben von Feedback sein. Wenn sie eine unsichere Arbeitshandlung sehen, sollten sie sie korrigieren, ob sie jetzt gerade Beobachter sind oder nicht. Ein Ziel des BBS-Prozesses ist es, das Reden über Sicherheit zu einer täglichern Routine werden zu lassen.

Jede Woche muss die Steuerungsgruppe die Beobachter einteilen, Beobachtungen selbst durchführen und Sicherheitstreffen vorbereiten und durchführen. In den Sicherheitstreffen mit den Mitarbeitern sollten die Beobachtungsdaten der letzten Woche besprochen werden, Erfolge anerkannt und neue Ziele festgelegt werden.

Die Steuerungsgruppe trifft sich einmal im Monat und überprüft, wie sich der BBS-Prozess entwickelt, wie viele Beobachtungen durchgeführt werden, wie akkurat die Beobachtungen sind, ob den Beobachtern genug Zeit zum Beobachten eingeräumt wurde usw.

Einige Problem tauchen mehr oder minder immer auf:

Die Steuerungsgruppe hat im wesentlichen vier Aufgaben:

Alles in allem sollte der BBS-Prozess nicht nach Kochbuch umgesetzt werden, sondern individualisiert. Die Rolle des Management sollte klar definiert sein. Während des Designs sollten möglichst viele beteiligt werden, der Prozess sollte nicht in einem Vakuum entworfen werden. Für jeden Bereich sollte es möglichst eine eigene Beobachtungspunktekarte geben. Man sollte vermeiden, allzu viel bürokratischen Aufwand mit dem BBS-Prozess zu verbinden. Trainings sollte so selten wie möglich im Klassenzimmer, so oft wie möglich vor Ort stattfinden. Wenn etwas schief läuft, sollte man nicht aufgeben, sondern überlegen, was man beim nächsten Mal besser machen kann.

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Oder wählen Sie ein Kapitel:

  1. Was ist BBS?
  2. Die Ausgangslage
  3. Grundlagen von BBS
  4. Einige Nachteile traditioneller Ansätze zur Arbeitssicherheit
  5. Ergebnis- und prozessgesteuerte Unternehmensführung
  6. Ein Programm zur verhaltensorientierten Arbeitssicherheit einführen
  7. Phasen bei der Einführung von BBS
  8. Das Sicherheitsassessment
  9. Einführungsveranstaltung und Schulung
  10. Die Planung
  11. Werte entwickeln
  12. Die Planung der Teilprozesse
  13. Beobachtungen planen
  14. Analysiere frühere Unfälle
  15. Entwickle eine Liste der bedeutsamen arbeitssicheren Verhaltensweisen
  16. Entwerfe und überarbeite die Punktekarte
  17. Entwickle eine Beobachtungsprozedur
  18. Das Feedback
  19. Mache einen Probedurchlauf
  20. Auszeichnungen und Belohnungen
  21. Das Beobachten
  22. Die Einführung von BBS
  23. Die Steuerungsgruppe
  24. Die Rolle des Managements
  25. Besonderheiten bezüglich schwerer Unfälle
  26. Selbstbeobachtungen
  27. Besonderheiten der Steuerungsgruppe
  28. Verhalten erkennen
  29. Verbesserungsprojekte
  30. Anerkennungen und Feiern
  31. Weitere, mögliche Komponenten von BBS
  32. Die Verankerung von BBS in der Unternehmenskultur
  33. Fallbeispiele
  34. BBS-Systeme in anderen Organisationen: Fallbeispiel Schulbus
  35. BBS und der Rückgang der Arbeitsunfälle
  36. Das Beobachten hilft auch dem Beobachter
  37. Worauf man sonst noch achten muss
  38. Literatur

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