Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)

18. Das Feedback

Die Beobachtung beinhaltet idealerweise das Vermitteln von Feedback. Je zeitnäher Feedback gegeben wird, desto effektiver ist es. Nur wenn das Unterbrechen der Arbeit ein Risiko darstellen würde, sollte man auf das unmittelbare Feedback verzichten. Der Beobachter sollte unbedingt im Vermitteln von Feedback geschult werden. Der häufigste Fehler beim Feedback ist die Schwerpunktlegung auf die Kritik an unsicherem Arbeitsverhalten.

Das Vermitteln von Feedback sollte in einem Dialog geschehen. Der Beobachter sollte zunächst diejenigen Handlungen hervorheben, die der Beobachtete richtig gemacht hat. Bei denjenigen Handlungen, die zu Bedenken Anlass gaben, sollte der Beobachter mehr auf die „richtigen“ Handlungen abzielen, z.B. indem er vorschlägt, wie man es hätte anders machen können.

Generell sollte das Vermitteln von Feedback in drei Schritten erfolgen:

Wenn der Mitarbeiter einen bestimmten Grund für sein (unsicheres) Verhalten hat (z.B. wenn eine bestimmte Sicherheitsausstattung nicht verfügbar war), sollte man das Ernst nehmen und in der Punktekarte vermerken, so dass die Steuerungsgruppe Maßnahmen ergreifen kann, um einen evtl. Missstand zu beheben.

Das Feedbackgespräch sollte keine Befragung und kein Vortrag sein, sondern ein Dialog, in dem beide Teilnehmer nach einer Lösung suchen. Dabei sollte der Beobachter vermeiden, rhetorische Fragen zu stellen (da diese zu aggressiven Reaktionen führen können) und Fragen zu stellen, die mit „Warum“ beginnen. Fragen nach dem „Warum“ führen in der Regel dazu, dass sich der Befragte verteidigt. Man kann dieselben Informationen auch durch Fragen erlangen, die mit „Wie“ oder „Was“ beginnen: „Was hat dich davon abgehalten, die Sicherheitsausrüstung anzulegen?“ hat eine ganz andere Wirkung auf den Befragten als „Warum hast du keine Sicherheitsausrüstung angelegt?“. Das Feedback kann auch einer ganzen Gruppe gegeben werden, wenn die Gruppe zusammen an einer Aufgabe gearbeitet hat. Insbesondere hier sind ja die Kollegen als Korrektiv gefragt, wenn einer sich unsicher verhält. Der Punkt der „Sorge um den Kollegen“ kann hier gut betont werden.

Ziel eines Feedbackgespräches ist es immer, Meinungsverschiedenheiten zu klären und einen Konsens zu erreichen. Wenn das nicht möglich ist, sollte der Fall nicht unter den Tisch gekehrt werden, sondern von der Steuerungsgruppe aufgegriffen werden.

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Oder wählen Sie ein Kapitel:

  1. Was ist BBS?
  2. Die Ausgangslage
  3. Grundlagen von BBS
  4. Einige Nachteile traditioneller Ansätze zur Arbeitssicherheit
  5. Ergebnis- und prozessgesteuerte Unternehmensführung
  6. Ein Programm zur verhaltensorientierten Arbeitssicherheit einführen
  7. Phasen bei der Einführung von BBS
  8. Das Sicherheitsassessment
  9. Einführungsveranstaltung und Schulung
  10. Die Planung
  11. Werte entwickeln
  12. Die Planung der Teilprozesse
  13. Beobachtungen planen
  14. Analysiere frühere Unfälle
  15. Entwickle eine Liste der bedeutsamen arbeitssicheren Verhaltensweisen
  16. Entwerfe und überarbeite die Punktekarte
  17. Entwickle eine Beobachtungsprozedur
  18. Das Feedback
  19. Mache einen Probedurchlauf
  20. Auszeichnungen und Belohnungen
  21. Das Beobachten
  22. Die Einführung von BBS
  23. Die Steuerungsgruppe
  24. Die Rolle des Managements
  25. Besonderheiten bezüglich schwerer Unfälle
  26. Selbstbeobachtungen
  27. Besonderheiten der Steuerungsgruppe
  28. Verhalten erkennen
  29. Verbesserungsprojekte
  30. Anerkennungen und Feiern
  31. Weitere, mögliche Komponenten von BBS
  32. Die Verankerung von BBS in der Unternehmenskultur
  33. Fallbeispiele
  34. BBS-Systeme in anderen Organisationen: Fallbeispiel Schulbus
  35. BBS und der Rückgang der Arbeitsunfälle
  36. Das Beobachten hilft auch dem Beobachter
  37. Worauf man sonst noch achten muss
  38. Literatur

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