Verhaltensorientierte Arbeitssicherheit (Behavior Based Safety, BBS)

6. Ein Programm zur verhaltensorientierten Arbeitssicherheit einführen

Wer verhaltensbasierte Arbeitssicherheit umsetzen möchte, sollte einige Punkte beachten. Zunächst sollte geklärt werden, was eigentlich der Auftrag ist. Hierzu ist es vorteilhaft, Grundsätze (oder Leitsätze) aufzustellen. Viele Firmen haben bereits solche Grundsätze, das Problem ist, dass sie zu unspezifisch sind. Es ist sicherlich gut, solche Grundsätze zu formulieren: „Wir wollen die Nummer 1 in Sachen Arbeitssicherheit sein!“ – Aber es sollte etwas mehr daraus abgeleitet werden können als nur ein „frommer Wunsch“. Ein Grundsatz sollte drei Bestandteile haben:

Bei dem letzten Punkt sollte man sich auf die Werte beziehen, die ein Unternehmen kennzeichnen, z.B. den Respekt für den einzelnen Mitarbeiter usw. Dabei müssen später von diesen abstrakten Prinzipien konkrete Praktiken abgeleitet werden (wie äußert sich dieser Respekt?).

Diese Konkretisierung ist erforderlich, um es sowohl dem Management als auch den Mitarbeitern zu ermöglichen, die Erreichung der Ziele ständig zu prüfen und so ein Feedback zu bekommen. Mitarbeiter, die wissen, dass die Bemühungen um mehr Arbeitssicherheit auf bestimmten Werten fußen, sind später eher bereit, ihre Beobachtungen ehrlich durchzuführen - und nicht nur Bögen „pro forma“ auszufüllen -, weil sie wissen, dass dahinter die Sorge um den anderen Mitarbeiter und die Sicherheit aller Mitarbeiter steht.

Bevor mit der Umsetzung eines BBS-Prozesses begonnen wird, kann dieser einen Namen bekommen. Das mag nebensächlich erscheinen. Es ist aber bedenkenswert, ob ein selbstgewählter Namen nicht die „Identifikation“ der Mitarbeiter mit dem BBS-Prozess erhöht. Andererseits kann es auch von Vorteil sein, keinen Namen zu vergeben, etwa, wenn es bereits einen Arbeitssicherheitsprozess gibt und die Gefahr besteht, dass die Mitarbeiter den BBS-Prozess nur als „wieder mal was Neues“ betrachten könnten.

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Oder wählen Sie ein Kapitel:

  1. Was ist BBS?
  2. Die Ausgangslage
  3. Grundlagen von BBS
  4. Einige Nachteile traditioneller Ansätze zur Arbeitssicherheit
  5. Ergebnis- und prozessgesteuerte Unternehmensführung
  6. Ein Programm zur verhaltensorientierten Arbeitssicherheit einführen
  7. Phasen bei der Einführung von BBS
  8. Das Sicherheitsassessment
  9. Einführungsveranstaltung und Schulung
  10. Die Planung
  11. Werte entwickeln
  12. Die Planung der Teilprozesse
  13. Beobachtungen planen
  14. Analysiere frühere Unfälle
  15. Entwickle eine Liste der bedeutsamen arbeitssicheren Verhaltensweisen
  16. Entwerfe und überarbeite die Punktekarte
  17. Entwickle eine Beobachtungsprozedur
  18. Das Feedback
  19. Mache einen Probedurchlauf
  20. Auszeichnungen und Belohnungen
  21. Das Beobachten
  22. Die Einführung von BBS
  23. Die Steuerungsgruppe
  24. Die Rolle des Managements
  25. Besonderheiten bezüglich schwerer Unfälle
  26. Selbstbeobachtungen
  27. Besonderheiten der Steuerungsgruppe
  28. Verhalten erkennen
  29. Verbesserungsprojekte
  30. Anerkennungen und Feiern
  31. Weitere, mögliche Komponenten von BBS
  32. Die Verankerung von BBS in der Unternehmenskultur
  33. Fallbeispiele
  34. BBS-Systeme in anderen Organisationen: Fallbeispiel Schulbus
  35. BBS und der Rückgang der Arbeitsunfälle
  36. Das Beobachten hilft auch dem Beobachter
  37. Worauf man sonst noch achten muss
  38. Literatur

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